Vorlese-Geschichte: Theo und die bunten Fähnchen
- Tiger Rudel Autorin

- 28. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Es war ein warmer Junitag in Köln. Die Sonne schien durch die Fenster, und draußen hörte man schon von weitem Musik und Stimmen. Theo saß am Tisch und malte. Bunte Striche, Kreise, ein bisschen Chaos, genau so, wie er es mochte.
„Theo, bist du fertig?“, rief einer seiner Onkel aus dem Flur. „Gleich!“, antwortete Theo und setzte noch schnell einen gelben Punkt auf sein Bild. Als er zur Tür lief, standen dort seine beiden Onkel, Hand in Hand, beide mit einem Lächeln im Gesicht.
„Heute zeigen wir dir ein kleines Stück von unserer Stadt“, sagte einer von ihnen. Theo zog seine Schuhe an und schaute neugierig nach oben. „Gehen wir auf ein Fest?“
Der andere Onkel nickte.
„So ähnlich. Heute ist ein Tag, an dem viele Menschen zusammenkommen.“
Draußen war alles ein bisschen anders als sonst. Überall hingen bunte Fähnchen, Menschen trugen Farben wie Regenbögen, und die Luft war voller Musik und Lachen.
Theo blieb stehen und drehte sich langsam im Kreis.
„Warum ist heute alles so bunt?“
Seine Onkel gingen neben ihm in die Hocke, damit sie auf Augenhöhe waren.
„Weißt du“, begann einer seiner Onkel ruhig, „heute feiern viele Menschen, dass jeder so sein darf, wie er ist.“ Theo schaute sie an. „Aber… das ist doch normal, oder?“
Sein anderer Onkel lächelte sanft. „Heute schon. Aber das war nicht immer so. Früher mussten manche Menschen sich verstecken oder wurden nicht so behandelt wie andere.“
Theo dachte kurz nach. Dann schaute er auf die bunten Fahnen, die sich im Wind bewegten. Sie gingen weiter durch die Straßen. Theo sah Menschen, die lachten, tanzten und sich umarmten. Manche hielten sich an den Händen, manche trugen glitzernde Kleidung, andere ganz normale Sachen, aber alle wirkten fröhlich.
Nach einer Weile griff Theo nach den Händen seiner Onkel. „Ihr gehört auch dazu, oder?“, fragte er leise. Die beiden schauten sich kurz an und dann wieder zu ihm.
„Ja“, sagten sie. Theo nickte langsam. „Ich auch.“
Einer der Onkel drückte seine Hand ein kleines bisschen fester.
„Weißt du, Theo“, sagte er, „egal wer du bist oder wen du magst, wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und du selbst sein kannst. Und, dass du einfach alle gleich respektierst. “
Theo schaute nach vorne, wo die bunten Fähnchen weiter im Wind tanzten. Am Straßenrand lag ein kleines Stoffband in Regenbogenfarben. Theo hob es auf und betrachtete es einen Moment. „Das ist schön“, sagte er.
„Das sind viele Farben zusammen“, erklärte sein Onkel. „Und zusammen sehen sie besonders stark aus.“
Theo band sich das Band ums Handgelenk.
„Dann behalte ich das.“ „Warum?“, fragte der andere Onkel.
Theo überlegte kurz, dann sagte er:
„Damit ich nicht vergesse… dass alle dazugehören.“
Seine Onkel lächelten. Und während sie weitergingen, durch die bunte, lebendige Stadt, fühlte sich alles ganz leicht an. Fast so, als wäre es genau richtig, dass jeder einfach so sein darf, wie er ist.
Ende 🌈✨






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